Mitteldeutsche Zeitung, 15.10.2010
Charaktervoll und leidenschaftlich

Den Auftakt des Konzertes in der Reihe „Musik im jüdischen Kontext“ hat am Samstagabend als Abschluss des Museumsfestes das Klavierquartett h-moll, Op. 3 , von Felix Mendelssohn Bartholdy gegeben....

Mara Mednik (Klavier), Vladimir Anochin (Violine), Marina Antonova (Viola), Evgeny Tonkha (Violoncello), die in diesem Konzert erstmals als Quartett zusammen musizierten, fanden zu einem überzeugenden harmonischen und zugleich akzentuierten Spiel, das ganz und gar der musikalischen Intension Mendelssohn entsprach.
Sie verzauberten das Publikum mit ihrer inspirierten Interpretation.

Einen besonderen Akzent des Konzertprogramms setzten die sechs Stücke aus „Porgy & Bess“ für Violine und Klavier von George Gershwin, arrangiert von Jascha Heifetz.

Mit seinem hingebungsvollen, technisch versierten, rhythmisch außerordentlich strukturierten Spiel erwies Vladimir Anochin, begleitet von einer neu zu entdeckenden, Jazz stimulierten Mara Mednik, Gershwin wie Heifetz seine Referenz.

Sehr zu recht gab es stehende Ovationen für die Musiker am Ende des Konzerts.

Münchner Merkur, 29.01.2008

Weltniveau im Barocksaal: Vladimir Anochin und Matthias Veit schaffen eine fast sakrale Atmosphäre. Mit drängender Hingabe und feinstem Gespür musiziert.

Vladimir Anochin mit der Violine und Matthias Veit am Piano überwältigten beim „Podium für junge Solisten“ ihr Publikum mit einer musikalischen Darbietung, die ihresgleichen sucht. Mit Duo- und Solovirtuosität, Charme und großem Können ließen sie einen Höhepunkt nach dem anderen ertönen und brachten somit Weltniveau in den Tegernseer Barocksaal.
Brahms’ Thuner Sonate für Violine und Klavier op.100 eröffnete das Konzert, und schon schufen Anochins Geigenklang und Veits Farbenreichtum eine unwirkliche, unheimliche, ja sakrale Atmosphäre: Solch ein Ton gab diesem in Brahms’ späten Jahren entstandenen Meisterwerk der Kammermusik eine durchdringende Wirkung. Das konzentriert und kontrolliert geschaffene Werk leuchtete golden durch die Interpretation, die diese beiden Ausnahme-Musiker zu Gehör brachten.
Nun stimmte Vladimir Anochin „die „Partita Bachs’ an, die Messlatte der künstlerischen, virtuosen Reife für jeden Soloviolinisten, der sich in die Riege der Weltklassegeiger einreihen will. Dazu gehören Namen wie beispielweise Nathan Milstein, Isaac Stern, Yehudi Menuhin, Ruggiero Ricci oder Gidon Kremer.
Alle Kniffe der Technik und der Gestaltung werden dem Instrumentalisten an der Violine hier abverlangt: Spannungsbogen, Tonschönheit, Geschwindigkeit, Geschicklichkeit, Kondition und vorausschauendes Musizieren. Unter Anochins Fingern wuchs die Partita d-moll BWV 1004, ein Höhepunkt des polifonischen Geigenspiels, zu einer Kathedrale des Geigenklangs. In ihr entfaltete sich der Klangrausch verfolgender Tonperlen und erzeugte ehrfurchtsvolle Bewunderung beim Zuhörer.
Mit dem Poème für Violine und Orchester op.25 fand Chausson seine persönliche Tonsprache; Anochin und Veit zeichneten dieses zu den bedeutendsten der französischen Post-Romantik zählende Werk mit drängender Hingabe und feinstem Gespür nach, als ob der Notenstrom der vorausgegangenen Chaconne modern gefärbt weiterfließen würde.
Kantabler wurde es mit drei Werken Tschaikovskys für Violine und Klavier, Melody, Scherzo und Valse-Scherzo. Der Wechsel von dramatisch und gesanglich in A-B-A-Form prägte alle drei Kompositionen. War der erste noch einschmeichelnd gestaltet, so gaben die beiden Musiker einen überaus flotten Ritt in der zweiten ab, um sich mit der dritten in die gehobene, virtuosest ausgeschmückte Salonmusik zu begeben. Ein Vorgeschmack zur Tzigane-Rapsodie de concert von Maurice Ravel: Vielerlei Melodien und Rhythmen remineszieren aus diesem musikalisch eher unbedeutenden Werk, doch virtuosistisch ist es ein Fundus für die Offenbarung des Könnens. Stolz, rasant und vollgepackt mit Pizzicatos, Flageolett-Tönen und Balzato-Passagen berauschte diese Darbietung das Publikum.
Der tosende Beifall verlangte nach mehr, und Anochin und Veit schufen noch zwei Kleinode: Fritz Kreisler Prelude und Allegro E-Dur sowie Massenets Meditation aus Thais.

 

Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.), 29.11.2007

Französischer Abend

Als umfangreiches Werk und auch von der Interpretation her ragte César Francks A-Dur-Sonate für Violine und Klavier im kleinteiligen Programm heraus: Der in Russland geborene, seit langem in Deutschland lebende Violinist Vladimir Anochin und sein Klavierpartner Matthias Veit zeichneten sie in der Reihe „Konzerte auf Henkellsfeld“ insgesamt eher weich, aber fein differenziert und exakt. Dabei verbanden sie viel Temperament mit technischer Souveränität. Eingeleitet hatten sie den französisch geprägten Abend im Marmorsaal der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden mit der gefährlich süßen und populären „Meditation“ aus der Oper „Thais“ von Jules Massenet mit Sentiment, aber ohne Zuckerguss.
Anochin, der seine Ausbildung in Sankt Petersburg an der Musikhochschule für hochbegabte Kinder und dort am Konservatorium erhielt, schlug auch in Ernest Chaussons „Poème“ für Violine und Klavier Es-Dur op. 25 einen großen, schlackenfreien Ton an. Gerade daher konnte Veit, der an der Lübecker Musikhochschule eine Liedklasse leitet, dem dichten Klavierpart der gewichtigen, noch ganz spätromantischen Komposition die gehörige Fülle geben.
Zwei der drei Stücke für Violine und Klavier op. 42 („Souvenir d’un lieu cher“) von Tschaikowsky passten in ihrem westlich beeinflussten Stil ebenso wie sein ursprünglich für Violine und Orchester gesetztes „Valse-Scherzo“ op. 34 in das Programm – durch ihre mit Bravour behandelten Schwierigkeiten und sozusagen als russischer Exkurs in die französische Salonkultur.
Ravels virtuose Konzertrhapsodie „Tzigane“ verbindet gleichwohl besser musikantische Effekte mit artifiziellem Raffinement, wie die makellose und wirkungsvolle Wiedergabe unterstrich. Als im Tempo am Ende aberwitzig gesteigerte Zugabe erklangen Fritz Kreislers Präludium und Allegro im Stile von Gaetano Pugnani.

 

Wiesbadener Kurier, 26.11.2007

Vladimir Anochin auf Henkellsfeld

Eigentlich ist Jules Massenets „Méditation ein beliebtes Zugabenstück – der Geiger Vladimir Anochin spielte dieses Intermezzo aus der Oper „Thaïs“ allerdings am Anfang des Programms, mit dem er und der Pianist Matthias Veit jetzt auf Henkellsfeld gastierten. Bereits hier entfaltete der aus Russland stammende Geiger seinen auch ohne breites Vibrato voluminösen, ohne Süßlichkeiten expressiven Ton ideal.
Auch die Interpretation von César Franks viersätziger Violinsonate A-Dur sollte dadurch gewinnen: Der elegische Tonfall des ersten, der angemessen dunkel grundierte virtuose Charakter des zweiten Satzes wurden von Anochin gut herausgearbeitet. Die folgende Fantasie ließ er äußerst dezent und pianostark aufblühen, den technischen Ansprüchen des Finales war er durchweg gewachsen – diese sollten sich im zweiten Konzertteil noch steigern.
Dass das Konzert ein Höhepunkt in der Henkellsfeld-Reihe war, unterstrich in Ernest Chaussons „Poème“ Es-Dur op. 25 aber auch der nun noch differenzierter mitgestaltende Pianist Matthias Veit. Nach drei salonhaften Preziosen von Peter Tschaikowsky servierte Vladimir Anochin die Herausforderungen vom Maurice Ravels Konzert-Rhapsodie „Tzigane“ mit ihren forschen Läufen, Flageoletts und Pizzicati am Ende mitreißend und spieltechnisch perfekt. Zum Dank für den sehr starken Applaus folgte noch eine Zugabe von Fritz Kreisler.

 

Westfalenpost, 20.09.2007

Scardanelli Quartett zu Gast in Herdecke

Das Scardanelli Quartett begeisterte schon beim Einstieg des Konzerts mit Mozart Es-Dur KV 428 durch perfekte Intonation, erlesene Tonschönheit und plastischer logisch durchdachter Themenanalyse. Die Hauptgesprächspartner in dieser Diskussionsrunde blieben dominant, kleine Einwürfe ordneten sich unter. Unspektakulär Schlichtes wurde im dritten Satz von unvermittelt heftigen Sforzati durchbrochen, dramatische Streitgespräche wurden mit energisch heftigem Strich ausgefochten. Gemeinsam gleichmäßig ausgeführte starke Crescendi ließen große Melodiebögen aufblühen. Der dritte Satz behandelte ein Terzenthema in erstaunlich zahlreichen Variationen.

Dem einsätzigen Streichquartett Nr. 13 b-Moll von Schostakowitsch liegt ein schwermütiges Zwölftonthema zugrunde, das von der Bratsche vorgestellt wurde. Schmerzhafte Dissonanzen entstanden, wenn sich polyphone Linien in konsequenter Fortführung schnitten. Zartes Unisono, harmonische Strukturen, barbarisch heftige Striche zu hektischem Rhythmus, Klopfen des Bogens auf den Instrumentenkorpus, Zerstückelung fester Linien in Melodiefetzen schufen den Eindruck des Ringens um klangliche Ausdrucksmöglichkeiten, hier mit perfekter Übereinstimmung von Artikulation und Phrasierung dargestellt.

Im Quartett Nr. 10 As-Dur op. 118 schlug Schostakowitsch im Andante des ersten Satzes freundlichere Töne an. Im anschließenden Allegretto furioso dagegen entfesselten die Streicher ein aufwühlendes Unwetter mit hektischem Laufwerk, schrill aufschreienden Einwürfen, unerbittlich zuschlagendem rhythmischen Ostinato. Die letzten beiden Sätze fanden im Wesentlichen zum ausgeglichenen Charakter des Anfangs zurück.

Das Scardanelli Quartett erwies sich damit als eines der wenigen Ensembles, die mit makelloser Technik im kongenialen Zusammenspiel moderne Musik überzeugend Interpretieren kann, ebenso mit der Zugabe, dem vierten Satz aus dem Streichquartett F-Dur von Ravel, mit dem sich die Musiker bei ihrem begeisterten Publikum bedankten.

 

Elbmarsch-Post, 16.05.2007

Große Gefühle und sensible Klangbilder

Zwei außergewöhnliche Musiker gastierten am vergangenenen Sonnabend auf Einladung des Kultur- und Heimatkreises im Bleckeder Schlosssaal: Der russische Geiger Vladimir Anochin und der Pianist Matthias Veit, beide in Hamburger ansässig, präsentierten ein erlesenes Programm mit Musik französischer und russischer Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts. Die leider nur wenigen Besucher des Konzertes erlebten einen wirklich „bewegenden“ Abend mit Musik, die viele Gefühlsebenen ansprach, von abgrundtiefer Verzweiflung, Wut und aufbäumender Leidenschaft bis zu höchster Verzückung. An den Anfang des Abends setzte das Duo die „Méditation“ aus der Oper Thaїs von Jules Massenet (1842-1912) - ein gerne von Geigern gespieltes Stück – das nun von den beiden Interpreten mit zarter Innigkeit vorgetragen wurde. Das von Anochin gespielte Pianissimo am Ende des Stücks rief beim Publikum sicherlich wohlige Gänsehaut hervor. Musik von César Franck (1822-1890), der übrigens rein deutscher Abstammung war und die Musikgeschichte Frankreichs wie kein anderer beeinflussen sollte, stand als nächstes auf dem Programm. Seine Sonate A-Dur für Violine und Klavier ist ein Auf und Ab der Gefühle. Sie beginnt leicht und träumerisch wie eine zarte Liebesgeschichte. Im Allegro entfesselt sich ein wilder Sturm, der sich bis zum Äußersten steigert, bis er in den Schlusssätzen wieder zur Ruhe kommt und mit versöhnlichem Ton endet. Anochin und Veit gestalteten das Stück mit dramatischer Geste und Leidenschaft und zogen das Publikum schnell in ihren Bann, überzeugten vor allem mit ihrem harmonischem Zusammenspiel. Nach der Pause folge ein Stück der zeitgenössischen russischen Komponistin Lera Auerbach (*1973), „The Prayer“ für Solovioline. Vladimir Anochin spielte dieses musikalische Gebet in Gedenken an den kürzlich in Moskau verstorbenen Cellisten und Dirigenten Mstislaw Rostropowitsch, der ein Freund von Schostakowitsch und Prokofjew war, sensible, bewegende Klangbilder. Von Sergei Prokowjew (1891-1953) stammte das nachfolgende Stück, die Sonate für Violine und Klavier op. 94, die ursprünglich für Flöte und Klavier komponiert wurde und erst später für Violine bearbeitet wurde. Das Werk, das im ersten Satz mit weit ausladenden, herrlichen Melodien aufwartet, entwickelt sich wie die im ersten Programmteil gehörte Sonate von César Franck nicht weniger dramatisch. Vladimir Anochin begeisterte vor allem im „Presto“ und im Schlusssatz „Allegro con brio“ mit seinem rasanten, makellosen Spiel und einer brillanten Technik. Mathias Veit erwies sich in jedem Moment als ebenbürtiger Duo-Partner und Begleiter, der mit seinem akzentuierten Anschlag immer wieder Glanzpunkte setzte. Selten sind zwei Musiker in solch vollendeter Harmonie zu erleben. Das Publikum bedankte sich mit begeistertem Applaus und bekam zum Abschied noch zwei Zugaben Bachs „Air“ und Fritz Kreislers „Präludium und Allegro“. swr

 

Kieler Nachrichten, 08.11.2006

Hohe Geigenkunst und Tastenzauber im Plöner Schlosskonzert

Was für Töne aus so einer kleinen Geige herausgezaubert werden können – das war schon sagenhaft. Virtuose Violinmusik vom Allerfeinsten aus dem späten 19. Jahrhundert bot Vladimir Anochin mit seinem Begleiter Matthias Veit auf dem Klavier im 237. Plöner Schlosskonzert am Montag in der Alten Schwimmhalle. Auf dem Programm standen ohrenschmeichelnde Stücke, ans Herz gehende Schmachtfetzen und atemberaubende Piècen von Peter Tschaikowsky, Henri Wieniawski, Jules Massenet, Ernest Chausson sowie die große, hochromantische A-Dur-Sonate aus dem Jahre 1887 von César Franck. In St. Petersburg durchlief Anochin die strenge „Russische Schule“ und sein Vorbild ist unverkennbar: der große Geiger David Oistrach, den Anochin in geigerischer Gestik und selbstbewusster Haltung gut verinnerlicht hat. Aber auch in Ausdrucksstärke, Bogenstrich sowie Temperament fehlt nicht mehr viel bis dahin. Nuancenreich und feinfühlig in der Sonate in A, expressiv und doch zärtlich in der Poème op. 25 von Chausson, kraftvoll, dann wieder leise, manchmal schluchzend wie in der Méditation von Massenent und in der Légende op. 17 von Wieniawski, aber stets mit großer russischer Seele, besonders in Tschaikowsky Souvenirs, spielte Anochin scheinbar mühelos und phantastisch auf seiner zarten italienischen Violine. Er bot den Zuhörern das ganze Register hoher Geigenkunst, egal ob heikle Doppelgriffe, Akkordketten, halsbrecherische Arpeggien und alles, was dem normalen Geigenspieler arge Kopfschmerzen bereiten kann. Der sympathische Anochin fand sogar noch Zeit, mit dem Plöner Publikum augenzwinkernd zu kokettieren und wickelte so alle um seinen Finger. Dieses schwelgte in wunderbaren Tönen und übte sich in kollektivem Atemanhalten, um nach den einzelnen Stücken wieder beruhigt durchzuatmen. Auch der Pianist, der lediglich die Rolle des Begleiters, aber durchaus gleichwertigen Partners, innehatte, entwickelte einen selten gehörten Tastenzauber und spielte ebenso mühelos wie empfindsam - ein wirklich gutes Gespann. Vladimir Anochin und Matthias Veit hätten bis in die Nacht hinein solche musikalischen „Betthupferl“ als Zugaben spenden können, die Zuhörer hätten nicht genug bekommen vom beseelten, meisterhaften, bravourösen und vollendet schönen Spiel.

 

Münchner Merkur, 07.06.2006

Einen bewegenden Konzertabend bescherten die jungen Künstler des Scardanelli-Quartetts dem Publikum im Barocksaal.

Aufwühlende Bilder von Schmerz und Verdammnis.

Vortragsstärke begeistert in Tegernsee
Einen überwältigenden und bewegenden Konzertabend erlebten jüngst die Besucher des Tegenseer Barocksaals, in dem das Scardanelli Quartett zu Gast war. Gleich zu Beginn offenbarte Mozarts Divertimento D-Dur KV 136 - eine flotte, volkstümliche Musik im Charakter der damals in Salzburg und Wien üblichen unterhaltenden Divertimenti -, dass dieses Ensemble ein echter Geheimtipp ist: Passion und Fröhlichkeit durchdrangen das eher sinfonische Satzgefüge, klar und freudig erklangen die eingängigen Themen. Doch das Quartett vermochte noch weitaus mehr, wie das Publikum bei der Interpretation von Schostakowitschs Streichquartett in c-Moll "In memoriam den Opfern von Faschismus und Krieg" erfahren durfte. Dieses 1960 im Sächsischen Königstein mit den Bildern des zerstörten Dresden vor Augen entstandene Werk ist auch Schostakowitschs eigenes musikalisches Denkmal. Die Intensität, mit der die Musiker dieses Werk weitergaben, war beeindruckend. Die Art und Weise, wie die Künstler musikalisch Ereignisse beschrieben, die ihnen aufgrund ihres Alters fremd sind - nämlich die vom Komponisten verarbeiteten Kriegserlebnisse - überzeugte das Publikum restlos. Aufwühlend spiegelten die vier Musiker die Bilder und Gefühle von Erinnerung, Schmerz, Verdammnis und Versöhnung wider, die die ohne Unterbrechung zu spielenden Sätze durchdringen - von der Düsternis des Largo über den Aufschrei des Allegro molto, die verwobenen, gläsernen Glissandi und das erschreckende Klopfmotiv bis hin zu der abgestuften Leuchtkraft des im Pianissimo verschwindenden finalen Largo.
Mit dem "Jagdquartett" von Mozart in Es-Dur spielte das Scardanelli Quartett seine Genauigkeit und elegante Gestaltungsfähigkeit aus: die Pianissimo-Stellen des mit vibrierender Leichtigkeit genommenen ersten Satzes wie fliegende Spitzentanzbewegungen, das Menuett mit filigranem Trio, das Adagio wie einen Traum aus Seidentönen und das Allegro lebendig und wehmutig zugleich. Diese Vortragsstärke ließ lautstarken Applaus ertönen. Als erste Zugabe brachte das Ensemble das ursprüngliche, von Mozart verworfene Menuett des "Jagdquartetts" in einer Ausarbeitung von Professor Franz Beyer zu Gehör. Als zweite Zugabe erklang "Air" aus der Ouvertüre D-Dur von Bach und entführte noch einmal in eine versunkene Welt von Eleganz, Tiefe und Anmut.

 

Elbmarsch-Post, 30.11.2005

"…Für die Jubiläumsveranstaltung hatte der Verein das renommierte Scardanelli Kammerorchester aus Hamburg engagiert, das einen echten Klassiker präsentierte: Antonio Vivaldis (1678-1741) berühmten Konzert-Zyklus "Le quattro stagioni" (Die vier Jahreszeiten), der auch 250 Jahre nach seinem Entstehen immer wieder das Publikum zu begeistern vermag. So war es auch am letzten Samstag im gut besetzten Saal des Bleckeder Hauses, als das Ensemble unter Leitung von Vladimir Anochin eine fulminante Interpretation der Konzerte darbot. Die Musiker spielten nicht nur außergewöhnlich frisch und schwungvoll, sondern brillierten auch durch ihr großartiges Zusammenspiel und ihre sichtbare Spielfreude. Mit zeitweise atemberaubendem Tempo intonierten sie die schnellen Sätze, während sie die langsamen Passagen transparent, sensibel und malerisch gestalteten. Dabei wurde immer wieder die große Virtuosität des russischen Soloviolinisten Anochin offenbar, der durch einen leidenschaftlichen, dynamischen Ausdruck und technische Perfektion mitreißt. Insbesondere seine leisen Töne erzeugten bei so manchem Zuhörer ein angenehmes Gänsehaut-Gefühl. Frühling, Sommer, Herbst und Winter hat Vivaldi in seinen Konzerten programmatisch angelegt, das Scardanelli Kammerorchester machte sie zu einem wahren Ohrenschmaus. Nach dem begeisterten Schlussapplaus spielte das Ensemble noch einmal den kräftig wehenden Sturm aus dem ‚Sommer-Konzert'."

Bleckeder Zeitung, 28./29.11.2005

 

"Das Publikum war begeistert vom Festkonzert""…dann begann das Festkonzert und man konnte wieder begeistert sein vom Scardanelli Kammerorchester unter Leitung (und Solovioline) von Vladimir Anochin.
…Klirrende Kälte, das Stampfen von Füßen, Eislauf, Zähneklappern - all das könnte man in der kalten Jahreszeit, dem "Winter" (in f-moll) heraus hören. Lieblich und zart hingegen der Mittelsatz, und zweifelsohne war in der sanften Pizzicato-Begleitung von Vladimir Anochin das Fallen von Schneeflocken zu ahnen.
Dieses Festkonzert war mit sehr viel Fingerspitzengefühl ausgewählt und endete mit einem stürmischen Applaus aller Zuhörer.
Mit einer gelben Rose bedankten sich die Vorstandsmitglieder bei dem Scardanelli-Kammerorchester für ein gelungenes Konzert."

 

Landeszeitung Lüneburg, 28.11.2005

"…Das Programm zum Jubiläum widmete sich zwei Säulen der kulturellen Aktivitäten des Vereins - Musik und Literatur, genauer: Vivaldi und Rilke. Der italienische Barockkomponist vertonte die vier Jahreszeiten, der deutsche Dichter schrieb eine Sammlung von Gedichten zum selben Thema. Als Interpreten waren Dirk Mierau und das Scardanelli Kammerorchester eingeladen…
…Vladimir Anochin leitete das gut präparierte Septett: Eine knappe Besetzung, die Antonio Vivaldi trotzdem bestens anstand. Die Streicher nahmen den "Vier Jahreszeiten" jede überflüssige Süße. Anochin brachte sich als virtuoser Solist ein und führte das Kammerorchester souverän über die neuralgischen Punkte. Die Besucher bedankten sich mit heftigem Applaus und Bravos.

 

Mitteldeutsche Zeitung, 18.10.2005

Quartett begeistert das Publikum

Gröbzig/MZ/me. Vor begeistertem Publikum konzertierte das Scardanelli Quartett am 8. Oktober im Museum Synagoge Gröbzig mit drei großen Werken der Streichquartettliteratur. Mit technischer Souveränität und sensiblem Zusammenspiel interpretierten Vladimir Anochin, Michail Kibardin (beide Violine), Vladimir Botchkovski (Viola) und Vladimir Sinkevich (Violoncello) das Streichquartett Nr. 2, e-Moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Dimitri Schostakowitschs Streichquartett Nr. 8, c-Moll und das Streichquartett F-Dur von Maurice Ravel.
In dem leidenschaftlich-romantisch vorgetragenen Mendelssohn-Quartett von 1837, das mit den ein Jahr später komponierten Quartetten D-Dur bzw. Es-Dur zum Op. 44 als überraschender Auftakt des Abends vereinigt wurde, erfüllte sich das Ziel Mendelssohnscher Kompositionsstrategie, die assoziativ wahrnehmbaren Zusammenhänge nur allmählich zu entwickeln. Besonders der zweite Satz, Scherzo-Allegro di molto mit seiner virtuos-wirbelnden Melodik, Homorhythmik und unerwarteten Akzentuierungen löst etwas vom Mendelssohnschen romantischen Versprechen ein, das der Komponist in einem Konglomerat aus Eleganz und Humor, Gefühl und Leidenschaftlichkeit, bereits in der Elfenmusik seiner Sommernachtstraum-Ouvertüre gab.
Im Kontrast dazu stand das Schostakowitsch-Quartett "im Gedenken an die Opfer des Faschismus und des Krieges", das in den Pausen während der Komposition der Musik zum Film "Fünf Tage - fünf Nächte" auf einer Reise im Sommer 1960 nach Dresden in nur drei Tagen entstand. Das Hauptthema des Quartetts bilden die Töne D-Es-C-H, die Initialen Schostakowitschs. Der autobiografische Bezug als "ein sich selbst komponiertes Gedächtniswerk" setzt sich in der Verarbeitung verschiedener Themen seiner Schlüsselwerke fort: die Erste und Fünfte Symphonie, das Klaviertrio Nr. 2, das erste Cellokonzert, das Lied des russischen Gefangenen und die Arie "Serjoscha, mein Geliebter" aus der Oper "Lady Macbeth von Mzensk".
Ganz im Sinne der Erinnerung an einen der größten Komponisten des 20. Jahrhunderts erreichte die Dynamik des Stückes seinen Höhepunkt in der schicksalhaften Verbindung des jüdischen Volkes im tragisch gesteigerten Motiv aus dem Trio Nr. 2 und dem Lebenslauf Schostakowitschs als einer musikalischen Wahlverwandtschaft. Den Abschluss des Programms bildete Ravels Streichquartett von 1902/03 als sein erstes bedeutendes Kammermusikwerk, in dem ungeachtet der Vorbildhaftigkeit des Debussyschen Streichquartetts von 1893 und des Einflusses seines Lehrers Fauré wesentliche kompositorische Mittel Ravels deutlich werden.
Auch hier fanden die Musiker jenen gemeinsamen Streicherton als Raumklang, der die im Ravelschen Quartett zugrunde gelegte lyrische, lebensfrohe Stimmung zu vermitteln vermag. Mit zwei Zugaben, dem Andante cantabile und dem Scherzo aus dem Streichquartett Nr.1 von Pjotr Tschaikowsky, klang der stimmungsvolle Konzertabend in der Reihe "Musik im jüdischen Kontext" aus.

 

Münchner Merkur, 04.11.04

"Mit intensivem Klang und fliegendem Schwung

Scardanelli Quartett überzeugte im Tegernseer Barocksaal. Ein Kammermusik-Ensemble voller Lebenskraft und Musizierfreude zog jüngst ein begeistertes Publikum im Tegernseer Barocksaal in seinen Bann. Das vom Freundeskreis für die Förderung junger Musiker geladene Scardanelli Quartett spielte sich voller Emotionen und mit Frische durch die Werke von Haydn, Borodin und Tschaikowsky.
Haydns ‚Vogelquartett' in C-Dur, ein besonders beliebtes Kammermusikwerk, gehört zu der Reihe der 1782 erschienenen so genannten Russischen Quartette, welche nach einer fast zehnjährigen Pause in Haydns Quartettschaffen entstanden. Sie erregten durch ihre Klarheit, ihren inneren Enthusiasmus und ihr klassisches Gleichgewicht die Aufmerksamkeit der ganzen damaligen Kulturszene Europas und lösten sowohl beim Publikum als auch bei zahlreichen Komponisten eine Streichquartett-Euphorie aus. Die Musiker des Scardanelli Quartetts legten die Charakteristika des 'Vogelquartetts' mit lebendiger Interpretation und wieder erlangter Heiterkeit dar, wobei der letzte Satz Finale Rondo, Presto in seiner brillanten Klanggebung herausstach.
Das Scardanelli Quartett beleuchtete Alexander Borodins Streichquartett Nr. 2 D-Dur in seiner Dichte, seiner Reichhaltigkeit und seinem heiteren Charakter, klangintensiv u nd mit fliegendem Schwung.
Der erste Geiger, glücklicher Spieler eines Stradivari-Instrumentes, bebte in der Musik mit und steckte alle Kollegen mit seiner Hingabe an - auch der Cellist kam mit kantablen Passagen und jugendlicher Spielfreude zu bewundernswerter Geltung.
Nach zartem Beginn steigerten die Mitglieder des Scardanelli Quartetts Tschaikowkys Quartett Nr. 1 in D-Dur mit vehementer Klanpräsenz, ihre ganze Kraft offenbarend. Doch sogleich zeigten sie ihre ganze Fähigkeit und stuften raffiniert durch die tänzerischen Elemente und den auffordernden Rhythmus hindurch die Ton-Nuancen ab. Ein inniger, berührender Moment wurde das Andante cantabile und ein positiv aufwühlender der stürmische Finalsatz mit seiner dahinbrausenden, feurigen Coda. Enthusiastischer Applaus belohnte die begnadeten Musiker, und Haydns ‚Perlenkette' (Finale Rondo, Presto) glitzerte wieder durch den Saal"

 

Wiesbadener Tageblatt, 01.11.04

Melodische Melancholie Russlands.

"Literaturkennern ist der Name Scardanelli vertraut - so unterschrieb Hölderlin seine letzten Gedichte, die er im Gewahrsam des Tübinger Turms schrieb. Daran erinnert das Scardanelli Streichquartett, das vier junge Musiker aus Russland und der Ukraine gründeten.
Vollendet klangschön und impulsiv im Zugriff gestaltete das Ensemble beim Eröffnungskonzert der Kammermusikreihe auf Henkellsfeld ein vorwiegend russisches Programm mit Streichquartetten von Tschaikowsky und Borodin.
Alexander Borodin, im Brotberuf Chemiker, hat sich ironisch als ‚Sonntagsmusiker' bezeichnet und dabei 1881 mit seinem zweiten Streichquartett in D-Dur ein Juwel an Spätromantik geschaffen.
Das Ensemble entfaltet den Kopfsatz in liedhafter Anmut und betont die Aufschwünge in leuchtenden Farben.
Das Scherzo in seinem wiegenden Walzertakt wechselt mit dem vorwärtsdrängenden Schwung eines Perpetuum mobiles.
Berühmt ist das Notturno, das der Cellist melodienseelig anstimmt. Man hat die schwärmerische Melancholie dieser Musik später zur Gesangsszene umgearbeitet und auch im Musical ‚Kismet' verwendet.
Den Scardanellis gelingt hier eine exzellente Wiedergabe, die den dynamischen Feinheiten überzeugend nachspürt.
Auch im ersten Streichquartett op. 11 D-Dur von Tschaikowsky färben die Musiker die langsamen Sätze mit Melancholie. Besonders das Andante cantabile, oft isoliert als beliebtes Zugaben-Schmankerl zu hören, wird mit viel Liebe zum Details und subtilen Klangreiz ausgebreitet. Furios entlädt das Finale, das auf ein Kurzmotiv in Frageform aufgebaut ist, seine Energien.
Haydns Quartett op.33, Nr.3 gehört zu seinen ‚Russischen Quartetten'. Im Kopfsatz dominiert die Primgeige. Später lässt man das Werk, das den Beinamen 'Vogelquartett' trägt, munter zwitschern und tirilieren. Selten wird Kammermusik von den Zuhörern so begeistert aufgenommen, wie dieser Abend voll überschäumender Musikalität."

 

Wiesbadener Kurier, 01.11.04

Jugendliche Verzauberung

"Saisonbeginn auf Henkellsfeld mit dem Scardanelli Quartett. Die Konzerte auf Henkellsfeld gehen in diesem Jahr in die 22.Saison, die mit einem jungen russischen Streichquartett eröffnet wurde, dem Scardanelli Quartett, dessen Name sich von einem Pseudonym Hölderlins ableitet. Auf Henkellsfeld hat man sich zur Aufgabe gemacht, junge Künstler zu fördern, und man durfte es als eine Geste der Völkerverständigung ansehen, dass die jungen Musiker, die sich in Hamburg niedergelassen haben, eines der Russischen Quartette von Joseph Haydn mit Werken Borodins und Tschaikowskys verknüpften.
Der festliche Saal bildete den idealen Rahmen für das beschwingte Musizieren der vier Streicher: Vladimir Anochin, ein temperamentvoll führender 1. Geiger, der Cellist mit spürbar musikantischem Impetus. Auch wenn Mikhail Kibardin (2. Violine) und Vladimir Botchkovski (Viola) nicht in vorderster Linie wirkten, waren ihr Einsatz und die künstlerische Effektivität nicht weniger wichtig. Ihr Zusammenspiel gelang überzeugend, wobei gerade das Streichquartett ein höchst diffiziles Kunstwerk bildet, weil es fein durchgehört sein muss, ist es doch wie ein Dialog, an dem sich jeder auf seine Weise beteiligt. Und man erlebte innere Freude beim Musizieren, was sich spontan auf die Zuhörer übertrug.
Haydns Vogelquartett zeigt die Neigung des Komponisten zu musikalischer Naturschilderung. Da ist ein Zwitschern und Tirilieren, und die kleinen Verzierungen und Triller bezaubern. Im Finale lässt sich sogar der Kuckuck hören. Die Musiker spielen sich die Motive in heiterer Laune zu.
Mit Alexander Borodins 2. Streichquartett betrat man ein anderes Terrain. Sein Klangbild ist durchsichtig, profilierte Themen geben das Gepräge. Borodin, der im Hauptberuf als Naturwissenschaftler wirkte, neigt zu orientalischem Kolorit und zu russischer Folklore. Die jungen Musiker waren hier ganz in ihrem Element. Es gab ein bewundernswertes Miteinander. Da wurden melodische Bögen gezogen, man hörte faszinierende Cantilenen und kleine opernhafte Anklänge. Das Scherzo lässt Sommernachtstraum-Atmosphäre anklingen. Rasante Bewegungen und lyrische Episoden lösen sich ab. Das fantasievolle Werk zeigt eine originelle Harmonik, die dem Impressionismus Debussys nahe steht.
Den Abschluss bildete Tschaikowskys 1. Streichquartett op. 11. Hier verbinden sich leise Melancholie und Temperaments-Einbrüche auf besondere Weise und gerinnen zu tiefer innerer Einheit. Das Andante cantabile lebt von einem Liedthema ukrainischen Ursprungs. Tschaikowskys Melos lässt den Hörer nicht los, die sehnsuchtsvollen melodischen Aufschwünge erinnern an manche Passage in ‚Eugen Onegin'. Die Musiker bereiten dem Werk eine kongeniale Wiedergabe, es scheint, als atmeten sie zu gleicher Zeit. Gelegentlich ist es ein langsames Einfühlen, ehe die volle Entfaltung Raum gewinnt. Und im Finale steigert sich die kleingliedrige rasche Bewegung. Ein rhythmisch einprägsames Motiv geistert durch alle Instrumente. Spaß am Spiel leuchtet auf. Aber das Motiv verliert nie an Elan, es wirbelt auf, wird zurückgenommen, mit leiser Melancholie überhaucht, ehe es wieder die ursprüngliche Gestalt erreicht. Große Zustimmung für einen Abend jugendlicher Verzauberung."

 

Harburger Anzeigen und Nachrichten, 12.05.2003

... Eine besondere Bereicherung waren auch die drei Sätze für Violine Solo von Johann Sebastian Bach. Vladimir Anochin spielte sie mit vollem samtenen Ton, makellos in der Technik und legte beim Präludium aus der Partita Nr. 3 E-Dur ein so rasantes Tempo vor, dass ein ganz neues Klangbild entstand und ein bewunderndes Geraune durch Chor und Kirche ging.

 

Hamburger Abendblatt, 12.05.2003

... schöpfte auch Vladimir Anochin die herrliche Akustik der Kirche wirkungsvoll aus. Sein voller Ton, das raumgreifende Spiel und sein
vielschichtiges, technisch imposantes Können ließen das Präludium aus Bachs Partita Nr. 3 und die Sarabande aus seiner 2. Partita (beides Werke mit hohem Anspruch an die Virtuosität des Interpreten) ihre beispiellose musikalische Schönheit entfalten.

 

Wolfsburger Nachrichten, 13.03.2002

Im Violinkonzert A-moll op. 53 von Antonin Dvorak brillierte der begnadete junge Geiger Vladimir Anochin. Sensibel und aus urmusikalischem Empfinden spielt der Virtuose die folkloristischen Themen, die er aus dem melodischen Grundtenor entwickelt und mit spielerischer Präzision figurativ ausschmückt. Verzierungen, Doppelgriffe, Läufe, Oktavgänge und Triller kommen absolut sicher. Die hohen technischen Anforderungen dieser Partien werden stets in den Dienst der Themen gestellt, die in feiner Prägnanz dominieren. Im kunstvollen Zusammenspiel mit dem Orchester entsteht ein schwingendes und lebendiges Zwiegespräch. Wie unmerklich folgt der Umschwung zum 2. Satz des Konzertes, einem langsamen Adagio... Vladimir Anochin interpretiert den Gesang aus konzentrierter Hingabe an die Qualität jedes einzelnen Tones im Einklang mit der Melodiegestalt. Der Zauberklang haftet, klingt nach, eingebettet in die romantischen Klangharmonien im Orchester. Tänzerische Eleganz und humoristischer Übermut begegnen sich im Finalsatz. Im lockeren Spiel der Themen wechselten Solist und Orchester. Vielfalt im Rhythmus und Klangcharakter bewirkten vibrierende Spannung im musikalischen Verlauf. Und stets klingen Melodien aus der böhmischen Volksmusik auf, die vom Solisten in atemberaubender Brillanz ausgeformt werden. Begeistert applaudierten die Zuhörer, und Vladimir Anochin tanzte noch einmal auf der Geige, diesmal mit Paganinivariationen.

 

Wolfsburger Allgemeine Zeitung, 13.03.2002

Im Konzert für Violine und Orchester a-moll op. 53 von Antonin Dvorak lernte man den russischen Geiger Vladimir Anochin kennen. Mit großer Musikalität meisterte Anochin die hohen technischen Anforderungen der beiden ersten Sätze und mit edlem Ton die hier eingearbeiteten bei Dvorak nie fehlenden böhmischen Volksweisen. Musikalisch schwungvoll dann das von den tschechischen Tänzen Furiant und Dumka geprägte Finale. Das Orchester musizierte dann wie bei Brahms, sinfonische Ausmaße erreichenden Orchesterpart unter der ebenso temperamentvollen wie sensiblen Leitung seines Dirigenten in völliger Harmonie mit dem Solisten. Brillant dessen Zugabe der berühmten Caprice op. 1/24 von Nicolo Paganini.

 

Hohenloher Tageblatt, 14.03.2002

Anochin gelang es, bei aller Betonung des virtuosen Elements durch seinen zupackend-direkten Stil die gewünschte Kantabilität zu unterstreichen. Natürlich bot sich dazu nicht nur der letzte, sondern gerade der zweite Satz an, in dem man Anochin als einen Musiker erleben konnte, der seiner Violine zauberhaft entrückte Melodik entlockte oder das Instrument mit größter Intensität singen ließ.

 

Südkurier, 09.03.2002

Die Fülle von musikalischen Einfällen, die oft Volkstanzcharakter aufwiesen sowie die virtuose Solostimme lagen bei den Protagonisten Vladimir Anochin und Ginataras Rinkevicius in den besten Händen. Vladimir Anochin und das partnerschaftlich sekundierende (Litauische-Staatssinfonie-) Orchester unter Rinkevicius' Leitung rückten das hinreißende Violinkonzert musikalisch wie technisch auf die einsame Höhe des Brahms-Konzerts - der begeisterte Applaus kam nicht von ungefähr. Der sympathische Virtuose bedankte sich mit dem "halsbrecherischen" Eingangssatz "Dies irae" aus der zweiten Solosonate von Eugène Ysaye.

 

Oberbadisches Volksblatt, 09.03.2002

Das Violinkonzert von Dvorak ist ein Werk mit unerhörten Schwierigkeiten, die der Solist Vladimir Anochin brillant bewältigte.

 

Ems-Zeitung, März 2002

Große Sympathien erwarb sich der junge Violinensolist Vladimir Anochin beim Publikum... . Besser als durch den Violinsolisten Vladimir Anochin hätte sich Antonin Dvorak die Interpretationen dieses Werkes sicher nicht wünschen können. Anochin tritt nicht nur mit größeren Soloprogrammen auf, sondern versteht es, sich in große Symphoniekonzerte ohne Starallüren einzubringen. Musikalisch und optisch ein Genuss der besonderen Art.

 

Hamburger Abendblatt, 20.03.02

In Bachs Violinkonzert bewies Vladimir Anochin seine Extraklasse.

 

Frankfurter Neue Presse, 11.03.02

Solist im Dvorak-Konzert... war Vladimir Anochin. Durch seine sensible Tongebung und temperamentvolle Gestaltung besonders des Finalsatzes konnte er sein Publikum dermaßen hinreißen, dass er eine Zugabe nicht verwehren konnte. Mit dem Capriccio Nr. 24 von Paganini erntete er beigeisterte Bravo-Rufe und frenetischen Beifall für seine virtuosen und dabei in jeder Phase sehr einfühlsamen Interpretationen.

 

Lübecker Nachrichten, 13.11.01

...ein Ereignis, das in seiner Art höchsten Ansprüchen gerecht wurde und die Musik-Kenner begeisterte: Es konzertierte das Duo Vladimir Anochin (Violine) und Mara Mednik (Piano) aus Hamburg. Sie glänzten mit einer künstlerischen Darbietung der Extraklasse, die das Publikum hinriss.
Star des Abends war der Geiger Vladimir Anochin, der schon vor zwei Jahren als Mitglied des großartigen Scardanelli-Quartetts im Rathaus gastierte und dieses Mal seine atemberaubende Virtuosität vor allem als Violinsolist unter Beweis stellte - mit der Sonate Nr. 1 des zeitgenössischen Hamburger Komponisten Dominique Goris, der auch dem Konzert beiwohnte und sein musikalisch fast artistisch anmutendes Werk dem Interpreten auf den Leib geschrieben hatte, sowie mit einem schwierigen Capriccio von Nicolo Paganini. Begleitet von der sicher zupackenden Pianistin Mara Mednik, ebenfalls eine Künstlerin von hohen Graden, spielte Anochin in Perfektion Werke von Beethoven, Prokofjew und Tschaikowski. Ein außergewöhnliches Konzert-Erlebnis.

Landeszeitung Lüneburg, 25.05.2001

 

„...Die Organisatoren des Bleckeder Frühlings luden den 47-jährigen Autor und Büchner-Preisträger Arnold Stadler ein und mit ihm das Scardanelli Quartett: ein mutiger Akzent, sehr freundlich aufgenommen... Der Abend bot Rihms Streichquartett Nr. 4 (1981), vom Scardanelli Quartett brillant vorgetragen. Der Name des Ensembles fußt auf einem Pseudonym, das Friedrich Hölderlin in geistiger Umnachtung einst benutzte. Nebenbei zählt der Dichter des 19. Jahrhunderts zu den besonders geschätzten Berufskollegen Stadlers. Damit schloss sich der Kreis. Rihms Quartett gehört zu den stärksten Partituren zeitgenössischer Kammermusik und fordert technische Perfektion und Gestaltungsfähigkeit, um die Ausdrucksvielfalt mit abrupten Wechseln in Tempo und Dynamik zu entfalten.
Die Musiker zeichneten die Stimmungen mit Leidenschaft, sie formulierten ein fesselndes Psychogramm...“

 

Die Welt, 25.04.2001

„.... Hauptereignis des Abend war das 4. Streichquartett ‚...sich verlierend...’mit obligater Sprechstimme von Peter Ruzicka der wegen der Trauerfeiern für Sinopoli leider nicht anwesend sein konnte. Umso eindringlicher verströmte das junge Scardanelli-Quartett seine Ästhetik des Versuchens und Verlierens, den zerbrechlichen Kosmos einer dem Unsagbaren abgerungenen Musik, die ‚auf sich selbst zu hören, sich zu beobachten, sich zu verlieren scheint’ (Ruzicka). Der Werktitel nimmt Bezug auf Vortragshinweise Wagners (im Parsifal’) und Mahlers (in der 2. Symphonie). Christoph Bantzer hatte den Beifall auf seiner Seite, als er seine Sprechpartie mit einem Wittgenstein-Zitat schloss: ‚Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.’“

 

Hamburger Abendblatt, 25.04.2001

„...U.a. spielte Sabine Meier das Solo für Klarinette von Aribert Reimann, Volker Banfield aus den ‚Études pour piano’ von György Ligeti, das Scardanelli-Quartett führte Werke von Alfred Schnittke (1934-1998) und Peter Ruzicka auf, Peter Striebeck rezitierte Rühmkorf und Grass. Hochschul-Präsident Hermann Rauhe konnte gelassen einen Blick in die Zukunft wagen: künstlerischer Zugewinn ist Kapital, das hohen Zins verspricht.“

 

Hamburger Morgenpost, 26./27. Februar 2000

„.... Der Konzertstart war einfach fulminant: Wann hört man schon einmal eine Rarität wie Verdis e-Moll Streichquartett? Noch dazu mit so viel Verve und Präzision, so viel lyrischem Gespür und solcher struktureller Klarheit. Ganz sicher steht den vier jungen Musikern des Hamburger Scardanelli Quartetts eine glänzende Karriere bevor, schließt man aus der Meisterschaft, mit der sie Verdi und das rhythmisch sehr komplexe Quartett „Karakoram“ (1994) des Hamburgers H.-C. von Dadelsen spielten....

 

Die Welt, 22.02.2000

„...Das Scardanelli-Quartett wird da wieder seine Extra-Klasse zeigen dürfen...“

 

Hamburger Morgenpost, 24.02.2000

„...Heute geht es erstmals in den zentralen Spielort Opera Stabile, wo neben anderen das hervorragende junge russische Scardanelli-Quartett auftritt....“

 

Szene Hamburg, Februar 2000

„...Das Konzert am 24. Februar lässt einen erbaulichen Abend erwarten, denn es spielt das 1996 in Hamburg gegründete klanglich und musikalisch herausragende Scardanelli Streichquartett....“

 

Lübecker Nachrichten, 16.11.1999

„Darüber waren sich alle Musikfreunde am Wochenende einig: Das 58. Reinfelder Rathauskonzert, das letzte vor der 2000-Wende, war der absolute Höhepunkt aller kammermusikalischen Ereignisse der langen Veranstaltungsreihe in der Halle des repräsentativen Verwaltungsgebäudes. Die Zuhörer des Konzertes waren begeistert von den musikalischen Darbietungen der Künstler. Mit dem Scardanelli-Quartett kamen Musiker der ersten Wahl. Wenn die vier jungen Ensemble-Mitglieder zusammenbleiben, werden sie international bald zu den ganz großen gehören. Die Künstler, die schon in vielen Staaten gefeiert wurden, stellen nicht nur an ihr eigenes Können hohe Anforderungen, sondern auch an das musikkundige Publikum. So auch in der vollbesetzten Reinfelder Halle, deren sensible Akustik einmal mehr das Klangerlebnis vervollkommnete. Das Streichquartett Nr. 1 D-Dur op. 11 von Peter Tschaikowsky, die Sonate Nr. 2 für Violine solo op.27 des weltberühmten belgischen Geigenvirtuosen Eugene Ysaye und das Streichquartett F-Dur von Maurice Ravel gehören zu den anspruchsvollsten Kompositionen für Streicher, die auch dem gewieften Kenner neue Perspektiven unter dem musikalischen Himmel eröffnen. Das Scardanelli-Quartett meisterte die schwierige Aufgabe perfekt, fast mühelos. Man spürte förmlich, dass alle von Kindheit an mit ihren Instrumenten vertraut sind. Der hauchzarte Bogenstrich etwa beim Andante Cantabile des Tschaikowsky-Streichquartetts, die flirrende Leichtigkeit der Interpretation Werkes kontrastierender Klangbilder oder die aufwühlende Intensität des Zusammenspiels beim Vif et agité von Ravel demonstrierten die ganze Bandbreite der Ausdruckskraft des Quartetts. Vladimir Anochin brannte als Geigen-Virtuose beim Solo-Auftritt mit der schwierigen Ysaye-Sonate ein blitzendes Feuerwerk aus Pizzicati, Flageoletts und Doppelgriffen ab – ein meisterliches Bravourstück.
Anerkennend sagte auch Bürgervorsteher Detlev Andresen, selbst Musikpädagoge, Pianist und Chorleiter zum Scardanelli-Quartett: hervorragende Leistung, alle Instrumente gleich gut besetzt, seidiger Klang, präzise Einsätze, beste Qualität. Und Erwin Süß, ebenfalls Musiklehrer und Chordirigent urteilte: ‚Von dem, was ich bisher in Reinfeld an Kammermusik gehört habe, war das eindeutig der Höhepunkt.“